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Frank E. W. Fromme, Vorstandssprecher Kommunikationsverband Bremen

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Regionale Produktgefühle


Lustvoll emotionalisieren mit eigener Story

Es gibt kaum eine Zeit, in der landauf, landab Kreativagenturen nicht nach neuen Märkten, neuen Nischen, neuen Kunden suchen. Oft – so der Eindruck – ist diese Suche jedoch eine global geführte. Selektierungen, Segmentierungen und Fragmentierungen werden zumeist nur durch die internationale Brille diskutiert – und das führt zu einem verschwommenen Blick auf das nahe Umfeld. Globale Kampagnen sind eben en vogue, hier lauert der finanzielle Profit.

Ihre Zielgruppen auf in der Region agierende Kunden auszuweiten, daran scheinen die großen (inter)national aufgestellten Agenturen kaum einen Gedanken zu verschwenden. Dabei bieten diese viralen und agilen Zielgruppen enormes Potenzial für die ausführenden Kreativen. Ihre Produkte sind zwar nicht neu und sexy – aber innovativ! Vielleicht kennen sie die weite Welt nur vom Hören-Sagen, sind dafür aber nachhaltig und authentisch!

Landkreise, kleine und mittlere Städte, regionale und lokale Produzenten, Vermarktungsgemeinschaften sind ein Marketingmotor. Hier entstehen nicht selten regionale Premiummarken. »I want Moor«, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Osterholz-Scharmbeck, Forchheim, Landkreis Kelheim, Landkreis Osterholz, das Fehnland, Wesermarsch, Teufelsmoorland, Rügen-Direkt, Weserklasse, Von Hier“ – noch nie gehört? Immer authentisch, nachhaltig und mit hoher Identifikation mit der jeweiligen Region.

Auf den ersten Blick bietet sich hier für die »großen Kreativen« wenig Potenzial, in das es sich zu investieren lohnt, schließlich finden sich in der Region bekanntermaßen nicht die mächtigen Etats. Nicht zuletzt stellt sich den »Großen« die Prestigefrage: Ist es mit regionalen Themen überhaupt einmal möglich, in Cannes einen Löwen zu gewinnen, die »Klappe« für sich zu entscheiden oder andere anspruchsvolle Designer- oder Texterpreise zu erobern?

Was aber, wenn wir von regionalen und bodenständigen Identitäten sprechen – von alten Werten, regionaler Geschichte und Tradition? Von Heuhotels und Heukuren, naturnahem Tourismus, lokalen kulinarischen Genüssen?  Produkte, von denen man sagt, dass sie »nach Heimat« schmecken, dass sie den »besonderen Service« und Sinnlichkeit pur bieten? Sind Emissionsersparnisse, der steigende Wert und die wachsende Nachfrage von Bio-Produkten nicht unschlagbare Argumente? Und wie steht es mit Wellnessangeboten, die auf Rohstoffe setzen, die wir quasi »vor der Haustür« finden und nur neu entdecken müssen?

Die Region kann zwar aktuell keine etablierten Marken, keine achtstelligen Etats bieten. Auf den großen Messen der Welt sind diese potentiellen Auftraggeber auch nicht zu Hause. aber laut der Centralen Marketing Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) wünschen sich allein drei Viertel der Bundesbürger im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie mehr regionale Produkte. Emotionale, glaubwürdige und professionelle Kommunikation und Marketing sind nun gefragt.

In diesen  provinziellen »Marketing-Niederungen« machen sich viele Auftraggeber jetzt richtig auf die Vermarktungsreise und werden Chancen in Initiativen, eigenen Marken und Kampagnen erkannt. Es ändert jedoch nichts an den Ausgangsparametern. Die Etats sind (noch) klein! Groß ist jedoch der Bedarf an solider fachlicher Unterstützung. Hier sind Profis gefragt, die diese (KMU) Kunden ernsthaft und professionell betreuen, die bereit und fachlich in der Lage sind, den spezifischen regionalen USPs auf die Spur zu kommen. Fakt ist: jede Region hat ihre eigene Story zu erzählen.

Haben Sie Anregungen oder Fragen zu diesem Thema? Wir stehen für eine Fortsetzung des Dialogs mit anderen Mitteln und Meinungen herzlich gerne zur Verfügung.
Frank E. W. Fromme
Vorstandssprecher im Kommunikationsverband Wirtschaftsraum Bremen e. V.
info@kv-bremen.de
www.LiveComFromme.eu

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